Club- & Ballfitting - einige Grundlagen
(Übrigens: Sie können bei uns alle Eisen natürlich auch gefittet bekommen, bei fast allen Marken kostenlos.)
Der Lie eines Schlägers
Der Lie eines Schläger ist der Winkel zwischen dem Schaft und dem Boden bei flach aufliegendem Schlägerkopf. Ein Schläger, bzw. ein Lie der zu steil ist kann zu 'pulls' oder 'hooks' führen (der Schlägerkopf wird an der Ferse stärker gebremst und das Schlägerblatt schliesst sich). Im Gegensatz dazu kann ein zu flacher Lie zu einem 'push' oder 'fade' führen. Generell lässt sich sagen, dass zu grösseren Spielern oder solchen mit kurzen Armen eher Schläger mit mehr Lie passen (upright). Zu kleineren entsprechend solche mit weniger Lie (flat). Aber auch die Geschwindigkeit des Schlägerkopfs, die Haltung sowie die Schwungbahn müssen bei der Festlegung des korrekten Lies berücksichtigt werden.
Schlägerlänge
Die Schlägerlänge ist die Distanz zwischen Griffende und Ferse des Schlägerkopfs. Die spielerischen Fähigkeiten sind ein wichtiges Kriterium bei der Schlägerlänge. Es ist zwar richtig, dass längere Schläger mehr Distanz geben (die Schlägerkopfgeschwindigkeit wird grösser), aber nur, wenn der Ball genau gleich gut getroffen wird wie bei kürzeren Schlägern. Wenn Sie ein Eisen 1 inch (2,54 cm) vom Schlägerzentrum entfernt treffen verlieren Sie ca. 10% Ihrer Distanz. Natürlich ist aber die Körpergrösse und Armlänge das entscheidende Kriterium bei der Wahl der Schlägerlänge. Bei normaler Postur kann jeder Mann zwischen 172 cm und 188 cm Schläger mit Standardlänge spielen.
Der Flex eines Schlägers

Der korrekte Schaft Flex für einen Spieler ist der Flex, der den Schlägerkopf im richtigen Winkel auf den Ball auftreffen lässt. Und zwar nicht nur in der horizontalen Achse (=square bzw. 90° zum Ziel) sondern auch in der vertikalen Achse (=dem richtigen Loft). Wenn ein Schaft zu hart ist tendiert der Ball zu weit nach rechts und zu tief zu fliegen. Zudem kann sich der Schlag auch hart oder "hölzern" an fühlen. Ist der Schaft zu weich kann das zu Schlägen führen, die zu weit links und zu hoch fliegen. Die richtige Schafthärte wird in erster Linie durch die Geschwindigkeit Ihres Schwunges und des Schlägerkopfes bestimmt. Je schneller jemand schwingt desto härter sollte der Schaft sein und umgekehrt. Die richtige Schafthärte führt also zu einem idealen Winkel des Ballfluges und so zu maximaler Distanz.
Loft
Der Loft ist der Winkel zwischen der Schlägervorderseite (clubface) und dem Boden bei normal positioniertem Schläger. Der richtige Winkel des Ballfluges ist sehr wichtig, wenn es darum geht die maximale Distanz vom Tee zu erreichen. Um diese zu erreichen muss das Verhältnis des Ballfluges (carry) und des Ausrollens (roll) stimmen. Normalerweise ist es so, dass ein guter Spieler eine hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit erzeugen kann und viel Backspin auf den Ball bringt. Da es so ist, dass Backspin den Ball erst so richtig fliegen lässt (Backspin erzeugt Auftrieb) kann nun ein Spieler der viel Backspin erzeugen kann, einen Schläger mit weniger Loft spielen und trotzdem das optimale Verhältnis von carry und roll erzielen. Da Backspin Auftrieb erzeugt ist es auch einleuchtend, dass Spieler mit tiefer Schlägerkopfgeschwindigkeit (und wenig Backspin) den Ball nicht "richtig in die Luft" bringen. So lässt sich auch erklären, dass Spieler mit tiefen Schwunggeschwindigkeiten ihr Holz #3 oder #5 gleich weit schlagen wie ihren Driver: mit diesen Hölzern erzielen sie mehr Backspin und das bedeutet: der Ball fliegt "richtig". Ein weiterer Grund bei tiefer Schwunggeschwindigkeit einen Driver oder ein Holz mit höherem Loft zu spielen ist folgender: Schläger mit mehr Loft erzeugen wie gesagt mehr Backspin und Backspin lässt den Ball nicht nur fliegen, er vermindert auch Sidespin (Sidespin ist das, was einen Ball z.B. 'slicen' lässt!) Mehr Backspin verringert Sidespin und führt so zu genaueren Schlägen.
Stahl- und Graphiteschäfte
Was unterscheidet Stahl- von Graphitschäften? Stahlschäfte sind meist schwerer und dämpfen Vibrationen in der Regel weniger als Graphiteschäfte. Das führt je nach Standpunkt zu einigen Vor- bzw. Nachteilen: Graphiteschäfte dämpfen Vibrationen von (vor allem schlecht getroffenen) Schlägen besser. Das ist angenehm und ermöglicht Golf auch bei Gelenk- oder Rückenproblemen. Anderst formuliert heisst das aber: Stahlschäfte geben ein besseres Feedback, der Spieler spürt besser was beim Schlag passiert ist. Oder: Graphiteschäfte sind wegen des leichteren Gewichts leichter zu schlagen. Das ist besonders für Damen, Senioren und auch Wochenendgolfer von Vorteil. Handkehrum spürt ein guter oder starker Golfer dank des Gewichts seinen Schläger besser und kann ihn besser kontrollieren. Stahlschäfte sind auch etwas präziser als (billige) Graphiteschäfte, was vorallem bei guten Golfern eine Rolle spielt. Die Distanzgewinne aufgrund des leichteren Gewichts und der daraus resultierenden höheren Schwunggeschwindigkeit von Graphiteschäften sind "leider" vernachlässigbar.

Ballwahl
Power of Restitution - Oder wählen Sie den Ball, der zu Ihrer Schwunggeschwindigkeit passt.
Wollen Sie mehr Distanz?
Dann wählen Sie den Ball, der zu Ihrer Schwunggeschwindigkeit passt. Besonders Frauen (die Herrenbälle spielen) und durchschnittliche Golfer (die Profibälle kaufen), spielen oft mit falschen Bällen.
Warum? Wenn ihr Schläger auf den Ball trifft, dann wirkt in dieser halben Millisekunde etwa das Gewicht von einer Tonne auf den Ball ein. Die Folge davon ist eine Deformation des Balles; er wird platt gedrückt. Die Energie dieser Deformation wird im Ball gespeichert. Der Ball, der seine ursprüngliche Form sofort wieder annehmen will, gibt diese Energie wieder ab und fliegt in der Folge in die (hoffentlich richtig) vorgegebene Richtung. Spielen Sie nun einen Ball, der für ihre Schwunggeschwindigkeit zu hart ist, dann wird sich der Ball nicht ausreichend deformieren und die Energie ihres Schlages nicht in vollem Masse aufnehmen. Umgekehrt, wenn Tiger auf einen für ihn zu weichen Ball drischt, wird sich dieser zu stark deformieren, ein Teil der Energie verpufft und wird nicht in Weite umgesetzt.
Um es mit zwei Beispielen ganz deutlich zu sagen, spielt
- eine Dame, die mit ihrem Driver etwa 130-150 Meter erreicht, einen normalen Herren Ball, dann verliert sie durch diese Ballwahl Distanz.
Ebenso: wenn
- ein durchschnittlicher Golfer, der seinen Driver etwa 180 Meter schlägt, einen Titleist Pro V1, einen HX Tour, einen Nike ONE oder einen anderen Ball für Pros oder sehr gute Amateure spielt, dann verliert er so Distanz.
Und zwar weil beide den Ball nicht ausreichend deformieren. Das Optimum erzielt, wer einen Ball spielt, der zur eigenen Schwunggeschwindigkeit passt.
Die nachfolgende Tabelle hilft ihnen bei der Ermittlung Ihrer Schwunggeschwindigkeit.
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| Schlägerkopf-Geschwindigkeit |
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| durchschnittlicher Golfer |
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| durchschnittliche Golferin |
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